
Pilze, Insekten, der Mensch sowie andere Lebewesen
Wie beim Menschen gilt auch für Bäume: Je gesünder ein Organismus, desto weniger anfällig ist er gegenüber Krankheiten.
Die Stadt oder der Straßenrand ist nicht der natürliche Lebensraum eines Baumes. Bedingt durch den extremen Standort erkrankt er deshalb leichter als ein Baum in einem intakten Wald, da er oft solitär (=einzeln) steht und sich stärker gegen Wind und Wetter stemmen muss. Zudem ist er genau auf „Augenhöhe“ mit dem Verkehr und den Abgasen ständig ausgesetzt.
Und ein Baum, der dadurch schon geschwächt ist, ist natürlich auch anfälliger gegenüber Schädlingen wie Pilzen oder Insekten.
Aber nicht nur durch den Verkehr verursacht der Mensch viele Schäden und Krankheiten an Bäumen. Auch Verletzungen der Borke, ein extremer Pflegeschnitt oder ein stark verdichteter Untergrund können einen Baum stark schwächen.



Nichts gefährdet unsere Straßenbäume so sehr wie der Einsatz von Streusalz im Winter, um unsere Straßen eisfrei zu halten. Das Salz (Natriumchlorid, also Kochsalz) verhindert zum einen eine ausreichende Versorgung des Baumes mit Wasser. Andererseits kann das eingedrungene Salz Stoffwechselstörungen hervorrufen.
Wie erkennen wir, ob Salzschäden an Bäumen bereits vorliegen?
Die Blätter geschädigter Bäume treiben im Frühjahr später aus als die von gesunden Bäumen und haben eine kleinere Blattoberfläche. Bereits im Mai ist oft eine Verfärbung der Blattspitzen und -ränder erkennbar. Im Fachjargon nennt man diese Erscheinung Blattrand-Nekrose. Im Juli oder August fallen die dunkelbraun gefärbten Blätter ab. Einige Baumarten treiben dann ein zweites Mal Blätter aus. Diese Symptome treten bei geschädigten Bäumen jährlich auf und verstärken sich immer mehr.
Wenn wir ab sofort auf den Einsatz von Streusalzen vollständig verzichten würden, bräuchten die Bäume noch 8-12 Jahre, um das eingelagerte Salz abzubauen. Trotzdem könnten viele Bäume so gerettet werden.
In der Umgebungsluft an unseren Straßen finden sich viele chemische Verbindungen, die unseren Bäumen gefährlich werden können. Aus den Schornsteinen der Industrie, den Haushalten und den Auspuffrohren der Kraftfahrzeuge gelangen tonnenweise schädliche Stoffe in die Atmosphäre.
Am gefährlichsten für Bäume und andere Pflanzen sind Schwefeldioxid, Fluor, Stickoxide und Schwermetalle. Bei besonderen Wetterlagen können sich aus den Autoabgasen neue Schadstoffe wie beispielsweise das Ozon bilden.
Ein weiteres großes Problem stellen Stäube für die Bäume dar. Welche Wirkung diese auf den Gesundheitszustand haben, könnt ihr im Kapitel (LINK) Alleen in der Stadt nachlesen.
Wie wirken Gase auf die Gesundheit von Bäumen?
Die Schadgase gelangen durch die Spaltöffnungen der Blätter in das Blattinnere und schädigen den Gasaustausch. Die toxischen Gase greifen negativ in die physiologischen Prozesses der Blätter ein und zerstören die Zellen.
Durch physikalische Einwirkungen ist es möglich einen Baum stark zu schwächen. Sobald die die Borke, also die Außenhaut eines Baumes zerstört wird, können Krankheitserreger in den Baum eindringen. Starke Zerstörungen werden beispielsweise durch Unfälle, unsachgemäßes Zurückschneiden oder durch mutwilliges Abbrechen von Ästen hervorgerufen.
Du hast hier einiges darüber erfahren, wie wir als Mensch schädigend auf unsere Straßenbäume einwirken. Dies geschieht oft, weil andere Interessen von uns dagegen stehen.
Können wir daran etwas ändern? Und wie?
Entwickelt Ideen, wie wir Kompromisse zwischen den Interessen und Belangen von Mensch und Umwelt, Industrie, Verkehr und Bäumen finden könne

Es gibt viele Lebewesen, die Bäume auf unterschiedliche Weise schädigen oder beeinträchtigen können. Viele Insektenarten z.B. schmarotzen am lebenden Baum. Andere Organismen hingegen leben vom toten Gewebe des Baumes. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Pilze. Insekten und Baumpilze sind die bedeutendsten Schadursachen der Baumkrankheiten.
Viele der Baumpilze bauen das tote Gewebe, also das Kernholz des Baumes unter Verwendung von Enzymen ab. Für ältere Bäume sind vor allem die holzzerstörenden Baumpilze eine große Gefahr, die den Wurzel- und Stammbereich angreifen. Durch den Holzabbau wird die Standfestigkeit des Baumes verringert und eine erhöhte Bruchgefahr besteht. Häufig sind Verletzungen der Bäume ein Eingangstor für den Pilzbefall.
Der Befall der Bäume mit Insekten und Milben ist meist ein chronischer Prozeß. Das bedeutet, dass die Schädlinge in großen Dichten vorkommen und der Befall über Jahre andauert. In der Regel ist dies für die Bäume nicht tödlich, jedoch werden sie in ihrer Vitalität geschwächt.
Es gibt verschiedene Milbenarten, die Bäume befallen, indem sie an den Blättern und Knospen der Bäume saugen. Einige Arten befallen vor allem tausalzgeschädigte Bäume, die bereits geschwächt sind.
Immer weiter auf dem Vormarsch ist auch die Rosskastanien-Miniermotte. Sie sorgt für einen frühen Herbst unter den Rosskastanien. Die Raupen dieses kleinen Schmetterlings fressen (minieren) in den Blättern. Sie bilden dabei kleine Minen, indem sie die Blätter aushöhlen. Daher kommt auch der Name Miniermotte. Die Blätter der Rosskastanie trockenen aus, verfärben sich und können bei starkem Befall bereits im Frühsommer abfallen.
Zuerst hat man diesen Schmetterling in Mazedonien entdeckt. Durch Einfluss des Menschen hat er sich dann sehr schnell und sehr stark in ganz Europa ausgebreitet
Auf vielerlei Art und Weise kann der Wind einen Baum negativ beeinflussen. Stürme brechen Zweige, Äste und Wipfel aus und werfen häufig ganze Bäume um. Besonders anfällig für Windschäden sind dabei einzelstehende Bäume, die nicht den Schutz umstehender Bäume genießen. Weiterhin verursachen Windbewegungen durch Peitschen und Scheuern Knospen-, Blüten- und Rindenschäden.
Weitere witterungsbedingte Gefahrenherde für Bäume sind Hagel und Platzregen. Auch in den Wintermonaten bilden Schnee und Eis durch das zusätzliche Gewicht eine zusätzliche Last, die nicht jeder Baum tragen kann.
Auch die Sonne kann manchen dünnwandigen Baum schädigen. Der Baum bekommt sozusagen einen Sonnenbrand.
Durch diese Einwirkung entstehen Wunden und diese stellen Infektionspforten für holzzerstörende Pilze und Insekten dar.
Die Verfärbung des Blattes, welche durch Streusalz hervorgerufen wird, nennt man Blattrand-?
Wie heißt der Schädling, der die Rosskastanie befällt?