Bäume / Mensch-Baum-Tod

Der Mensch, der Baum und der Tod

Der Tod gehört zum Leben. Jeden Tag sterben Menschen um uns herum. Meist sind dies Menschen, die wir kaum kennen. Seltener sind dies Freunde oder Mitglieder der eigenen Familie. Und irgendwann sterben natürlich auch wir selbst.

Das Sterben und den Tod nehmen wir heute im Alltag aber kaum noch wahr. Im Unterschied zu früher, als Menschen zu Hause starben im Kreise ihrer Familie, begleitet von Angehörigen und Freunden, findet der Tod heute oft in Kliniken und Heimen statt. Lediglich im Fernsehen, in Filmen oder in Büchern sind wir manchmal damit konfrontiert – als mediales Ereignis. Aber auch dort wird der Tod als Teil unseres Lebens gern ausgespart, oder er findet als dramaturgischer Effekt in Action-, Kriegs- und Horrorfilmen statt. Dadurch wird unsere Angst vorm Tod zusätzlich kultiviert, und die vielen audiovosuell miterlebten Morde verschleiern eben jene Realität, daß das Sterben ein langwieriger Prozeß für den Betroffenen sein kann, und ein ebenso schwieriger und langwieriger Prozeß für die Angehörigen und Freunde, den Verlust der geliebten Person zu verarbeiten.

Warum ist es dennoch wichtig, davon zu wissen? Oder – können wir den Tod nicht einfach vergessen?

Die Werbung suggeriert uns, das Leben fände ohne Alter und Krankheit statt, außer natürlich, es wird auch gleich ein probates Mittel offeriert, mit dem man gesund und eben „jung“ bleiben kann. Denn Werbung erzählt uns immer, was wir hören wollen.

Dieser Traum vom ewigen Leben ist wahrscheinlich schon so alt wie die Menschheit.

Erfolglos wird vielerorts daran geforscht und gearbeitet, das menschliche Leben künstlich zu verlängern. Reiche Leute lassen sich heute sogar einfrieren, in der Hoffnung, in hundert Jahren wäre dieses Problem vielleicht gelöst.

In der Natur aber ist der Tod allgegenwärtig. Er ist in der Natur und er ist unsere Natur. Bereits vom ersten Tag unseres Lebens an sterben die ersten Zellen in unserem Körper ab. Die Schöpferkraft der Natur oder Gottes, je nachdem, wie jede/r mag, hat das Sterben, den Tod in unser Leben genetisch gleich mit einprogrammiert. Vermutlich gibt es also einen „Sinn“ in unserem Tod. Vielleicht, weil wir damit Platz schaffen für spätere Generationen. Vielleicht aber auch, weil erst dadurch unser eigenes Handeln, unser Leben, seinen Sinn erhält. Durch die Begrenztheit unseres eigenen Selbst, unseres eigenen Lebens und unserer Lebenszeit wird erst wichtig, was wir sagen und tun. Weil wir eben nicht ewig Zeit haben, später alles rückgängig zu machen.

Das gilt übrigens auch für unser Verhältnis zu den Bäumen. Denn auch die Bäume sterben, weil sie alt sind, an Krankheiten oder an den Einflüssen des Menschen auf die Umwelt (Link Schädigung). Mit positiver oder negativer Wirkung haben wir also nur eines den Bäumen voraus – die Möglichkeit, uns zu entscheiden für oder gegen ein Überleben mit den Bäumen: durch unser Handeln.

© Thomas Pätzold 2007
© Thomas Pätzold 2007
© Thomas Pätzold 2007