Bäume / Biologie des Baums

Wie ist ein Baum aufgebaut?

Samenpflanzen (Spermatophyta) sind eine der Abteilungen im Pflanzenreich. Als Organe zu ihrer Verbreitung bilden sie Samen als aus. Alle Samenpflanzen sind ähnlich aufgebaut. Sie besitzen die Organe Wurzel – Sprossachse und – Blatt.

Auch Bäume sind Samenpflanzen. Dabei verankert die Wurzel den Baum im Boden, versorgt ihn mit Nährstoffen und Wasser und wird durch ein Auswachsen und ständiges Verzweigen der Keimwurzel gebildet.

An der Sprossachse von Samenpflanzen sitzen die Blätter. Je nach Beschaffenheit der Sprossachse unterscheidet man Kräuter (biegsam und grün) und Holzgewächse (hart und fest). Am Ende des jährlichen Wachstums (LINK: Wie wächst ein Baum) eines Baumes verholzt die Sprossachse.

Betrachtet man einen Schnitt durch einen Baumstamm, lassen sich folgende Bereiche erkennen.

  • Zentrales Mark: abgestorbene und lufterfüllte graue oder weiße Zellen
  • Holzkörper: zentraler Kern (Stabilisation und Lagerung von Stoffwechselprodukten) und Splint (Wassertransport in Gefäßen (Tracheen)
  • Rinde: Transport der Photosyntheseprodukte, Dickenwachstum (Kambium) (LINK: Wie wächst ein Baum)
  • Borke: Abgestorbene Korkschichten reißen durch Austrocknung auf und bilden die „Haut“ des Baumes und schützen den Baum vor äußeren Einflüssen

Die Blätter eines Baumes werden in Ober- und Unterblatt eingeteilt. Das Oberblatt besteht aus Blattspreite und Blattstiel. Das Unterblatt besteht aus dem Blattgrund, mit dem das Blatt an der Sprossachse ansetzt. Das Blatt versorgt den Baum über die Photosynthese mit lebensnotwendigen Stoffen, z.B. Traubenzucker (Assimilate).

Wie vermehrt sich ein Baum?

Aufbau einer Blüte
Blüte Apfel
Blüten Schwarz-Pappel
Blüten Spitz-Ahorn

Die Blüte dient der geschlechtlichen Fortpflanzung von Bäumen und besteht normalerweise aus einer Blütenhülle, Staub- und Fruchtblättern. Die Blütenhülle wird in grüne Kelchblätter und meist auffällig bunt gefärbte Kronblätter unterteilt. Kelchblätter sind meistens, Kronblätter manchmal miteinander verwachsen. Blüten mit bunten Kelchblättern werden in der Regel von Tieren bestäubt (z.B. Kirschen, Linden und Kastanien). Staubblätter bestehen aus dem Staubfaden und den Staubbeuteln mit Pollensäckchen, die in verschiedener Anzahl vorhanden sind.

Fruchtblätter, die in Ein- oder Vielzahl vorhanden sind, sitzen entweder frei und einzeln an der Blütenachse an, oder sind zu einem Stempel verwachsen. Der untere Teil des Stempels beinhaltet die Samenanlagen und wird als Fruchtknoten bezeichnet. Daran schließt sich der Griffel an, der am Ende die Narbe besitzt, die den Pollen aufnimmt. In Nektarien wird der Nektar gebildet, der meist Insekten anlockt und so für die Bestäubung der Blüten durch den Pollen sorgt.

Als Frucht bezeichnet man die Blüte im Zustand der Samenreife. Bis zur Reife bleiben die Samen von der Fruchtwand eingeschlossen. Je nach Beschaffenheit der Fruchtwand unterscheidet man:

  • Nüsse (Fruchtwand verholzt) – Haselnuss
  • Steinfrüchte (innerer Teil der Fruchtwand verholzt) – Kirsche oder Walnuss
  • Beeren (Wand fleischig) – Johannisbeere oder Stachelbeere

Die reife Frucht entlässt den Samen für einen neuen Baum meist bald nach der Reife, manchmal jedoch auch erst im nächsten Frühjahr.

Die Blüte der Nadelbäume ist meist unauffällig, da die bunte Blütenhülle fehlt (z.B. Kiefern und andere Nadelbäume). Man spricht hier von nackten Blüten. Die Bestäubung der Bäume erfolgt hier durch den Wind. Daher wird auch kein Nektar gebildet. Um die Bestäubung zu sichern, wird eine große Zahl von leicht fliegendem, also gut transportierbarem Pollen gebildet.

Die weiblichen Blüten der Nadelbäume sind fast immer zapfenförmig. Jede Blüte besteht aus nur einer Samenschuppe und entsteht aus einem verholzten Blatt, das als Deckschuppe bezeichnet wird. Die männlichen Blüten sind meist kätzchenartig, kugelig oder länglich und haben sehr viele Staubblätter (z.B. Kiefer).

Die Pollenkörner landen nachdem sie durch den Wind transportiert wurden auf den Deckschuppen und werden durch einen so genannten Bestäubungstropfen festgehalten. Nachdem die Samen herangereift sind, was bei der Kiefer bis zu 2 Jahren dauert, öffnen sich die Zapfen und die Samen werden ausgestreut.

Keimling der Rotbuche.
Public-Domain-Bild von Leo Michels. Urheberrechte werden nicht geltend gemacht.
Keimling der Roßkastanie.
Public-Domain-Bild von Leo Michels. Urheberrechte werden nicht geltend gemacht.
Keimling der Stiel-Eiche.
Public-Domain-Bild von Leo Michels. Urheberrechte werden nicht geltend gemacht.

Wie wächst ein Baum?

Der Baum als Ökosystem

Der Baum als Lebewesen

Verwachsungen © Thomas Pätzold 2007
Borke im Winter © Thomas Pätzold 2007

Wachstum

Beim Wachstum eines Baumes unterscheidet man zwischen dem Längenwachstum in die Höhe und dem Dickenwachstum in die Breite.

Der Ort des Dickenwachstums ist in der Rindenschicht zu finden. Dort liegt ein spezielles Bildungsgewebe, das so genannte Kambium. Von diesem Gewebe werden Zellen gebildet, die nach innen, also in Richtung Holzkörper(LINK: Aufbau Baum) als Holzzellen (Xylem) und nach Außen in Richtung Borke als Bastzellen (Phloem) abgeschieden werden.

Die Holzzellen transportieren Mineralstoffe und Wasser von den Wurzeln in die Blätter. Ihre Festigkeit erhalten sie durch die Einlagerung eines Holzstoffes (Lignin).

Aus den Bastzellen entstehen zwei verschiedene Zellarten: Siebröhrenzellen, durch die die in den Blättern gebildeten Assimilate bis in die Wurzeln transportiert werden und Rindenzellen, die der Festigkeit dienen. Beide Zusammen werden als Bast bezeichnet.

Betrachtet man einen gefällten Baum, so kann man relativ einfach das Alter des Baumes an den so genannten Jahresringen bestimmen. Die Ursache dafür liegt an der unterschiedlichen Ausbildung der Holzzellen. Im Frühjahr wird vom Baum viel Wasser aufgenommen und es entstehen große aber dünnwandige und helle Holzzellen, das Frühholz. Im Spätsommer dagegen sind die Zellen viel kleiner, dickwandiger und dunkel, das Spätholz. Im Winter findet in der Regel kein Wachstum statt. Das bedeutet, ein Jahresring setzt sich aus einem Ring Frühholz und einem Ring Spätholz zusammen.

Ausschnitt aus einem Kiefernstamm mit Kambium und Wachstumsrichtung Xylem und Phloem
Querschnitt Baumstamm © Thomas Pätzold 2007