
„Unter Gartenkunst (Landschaftsgärtnerei, Gartengestaltung) versteht man die künstlerische und landschaftsarchitektonische Gestaltung begrenzter Freiräume durch Pflanzen, Wege, Anschüttungen, Planierungen, Architekturelemente, Wasserspiele oder Skulpturen.“ (Wikipedia)
Viele Alleen haben Bäume mit einem großen Stammdurchmesser. Sie sind sehr alt. Aber wann wurden die Alleen eigentlich „erfunden“?
In früheren Zeiten war das Reisen viel beschwerlicher als heute. Reisende konnten nur zu Fuß, mit dem Pferd oder mit einer Kutsche durch die Lande ziehen. Alleen dienten dabei als Schattenspender, zum Schutz vor Unwettern und obendrein als Orientierungshilfe.
Bevor Alleen jedoch als Straßenbegleiter entdeckt wurden, waren sie ein wichtiges Gestaltungselement in der Gartenkunst und durften in keinem Schlossgarten im französischen Stil fehlen.
In der Zeit des Barocks wurde es modern, Alleen in Gärten zu pflanzen. Und wie es der Zeitgeist wollte, wurden die Bäume in geradlinigen und rechtwinkligen Reihen gepflanzt.
Alleen wurde aber auch noch aus anderen Gründen angelegt:



Die ersten Alleen in Mecklenburg-Vorpommern dienten keinem ästhetischen Zweck, sondern wurden schlicht aus Mangel an Bäumen angepflanzt.
Im frühen Mittelalter waren viele Bauern hierher gezogen, hatten Dörfer gegründet und Felder angelegt. Dafür war ein Großteil der Wälder des Landes gerodet worden. Was von den großen Waldflächen übrig geblieben, gehörte nun dem Adel oder der Kirche. Deshalb war die Nutzung der Flächen nicht für jedermann möglich. Um den Holz- und Obstbedarf zu decken, wurden ab 1250 Weiden-, Obst-, Pappel-, Ulmen- und Walnussbäume ein- oder beidseitig entlang von Wegen angepflanzt.
Im dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurden viele Alleen und Wälder zerstört, so dass Mitte des 17. Jahrhunderts „Schutzvorschriften“ erlassen wurden, um den Bestand an Bäumen zu retten. Wer einen Baum fällen wollte benötigte eine Genehmigung und musste in manchen Fällen sogar Ersatzpflanzungen durchführen.
Im 17. und 18. Jahrhundert war das Holz der Weiden ein beliebtes Material, um Zäune herzustellen. Auch hiefür wurden Verordnungen erlassen, in welcher Form Weidenreihen an Wegen gepflanzt werden sollten.
Im 17. und 18. Jahrhundert kam es auch in Mecklenburg und Vorpommern in Mode, Alleen in Parks und Gärten als Stilelement zu platzieren. So wurden bei der Gestaltung des Lustgartens des Schweriner Schlosses oder im Park in Griebenow bei Greifswald Alleen angelegt.
Bereits damals dienten Alleen der Verkehrssicherheit, da sie den Verlauf von Straßen markierten und verhinderten, dass die Fuhrwerke bei Bedarf abseits der Wege fuhren und so neue Wege anlegten. Dadurch wurden die umliegenden landwirtschaftlichen Flächen geschützt.
Welche Bedeutung der Schutz von Alleen an Straßen hatte, zeigt eine Verordnung von 1768, in der die Verletzung und Fällung von Bäumen mit einer „schweren Geld-Busse, mit Gefängnis, harter Leibesstrafe oder dem Hals-Eisen … bestraft werden“
Der hohe Bestand an Eichenalleen in Mecklenburg-Vorpommern ist außerdem auf einen Befehl von Friedrich Herzog zu Mecklenburg zurückzuführen. Er legte 1773 fest, dass jeder Hausbesitzer jährlich eine bestimmte Anzahl junger Eichen an den Straßen zu pflanzen habe. Das Eichenholz wurde zu Herstellung vieler verschiedener Waren benötigt und um ein vollständiges Verschwinden der Eichen zu verhindern, wurde dieser Befehl erlassen.




