Alleen / Biotop Allee

Lebensraum Allee

Eine unbefestigte Staße, gesäumt von Allenbäumen.

„Ich bin das Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will“

Albert Schweizer 1960

Tierarten im Baum (c) Carola Rong 2007
Tierarten im Baum (c) Carola Rong 2007

Inzwischen habt ihr erfahren, was eine Allee ist. Doch was verbindet uns mit Alleen? Warum sind sie wichtig für uns? Und: haben wir vielleicht sogar etwas mit ihnen gemeinsam?

Alleen sind Lebensräume. Lebewesen sind immer in eine bestimmte Umwelt eingebunden, in der ganz bestimmte Bedingungen vorherrschen. In dieser Umwelt gehen wir Beziehungen zu anderen Lebewesen ein und sind in vielfältigen Wechselwirkungen in unsere Umwelt eingebunden.

Eine Allee ist ein ganz besonderer Lebensraum mit einem ausgeglichenen Mikroklima. Dort ist es schattig und kühl. Die Windgeschwindigkeit wird von den Bäumen gedämpft und die Luftfeuchtigkeit in der Umgebung erhöht. Diese Wirkung ist noch in einem Umfeld von rund 2 Hektar spürbar.

Alleen bieten also gute Lebensbedingungen für Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen. Die Bäume und die Grünstreifen entlang der Straße sind vor allem für Kleinstlebewesen, Insekten, Spinnen, manche Vogelarten und Kleinsäuger wertvolle natürliche Lebensräume. Sie bieten Rast- und Brutplätze für Singvögel wie Buchfink, Buntspecht, Ringeltaube oder Amsel, dienen Greifvögeln wie Habicht oder Bussard als Sitzwarte oder sind Nahrungsspender für viele Tiere.

Welche Lebewesen und wie viele von einer Art in einer Allee leben, ist von der Art der Bäume, deren Alter und von der Befahrung der Straße abhängig. Eine Eberesche bietet beispielsweise Nahrung für bis zu 60 Vogelarten und an einer Birke wurden über 500 Insekten gezählt.

Die Bäume in einer Allee filtern Staub und Abgase, reinigen das Sickerwasser von Schadstoffen und wandeln Kohlendioxid in Sauerstoff um. Sie haben also eine positive Wirkung auf Luft, Wasser, Boden und Lärm.

Alleen im Biotopverbund

Als so genannte Saumbiotope und Trittsteinbiotope mildern Alleen die negativen Wirkungen einer Straße auf die Umwelt ab. Wie grüne Adern ziehen sie sich durch unsere Kulturlandschaft, vernetzen so vor allem in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gegenden sonst isolierte Lebensräume und wirken damit deren Zerschneidung entgegen. Dadurch haben Tier- und Pflanzenarten die Chance, sich auch in vom Menschen „ausgeräumten“ Kultur- und Agrarlandschaften auszubreiten. Auf diese Weise sind Alleen oft letzte Standorte für seltener werdende Pflanzenarten.

Die Größe und die Vernetzung der Biotope und damit deren Erreichbarkeit für Pflanzen und Tiere bestimmen den Wert als Lebensraum für die verschiedenen Lebewesen. Die Trittsteinfunktion ist jedoch nur gegeben, wenn ein ausreichend enges Netz an Saum- und Kleinbiotopen existiert.